Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich endlich Sekiro: Shadows Die Twice in meinen Händen hielt. Als großer Fan von FromSoftware und ihren herausfordernden Spielen, darunter die berühmte Dark Souls-Reihe und Bloodborne, hatte ich sehnsüchtig auf die Veröffentlichung dieses neuen Meisterwerks gewartet. Als es im März 2019 schließlich soweit war, konnte ich meine Vorfreude kaum zügeln.
Die Faszination des Shinobi-Lebens
Sekiro: Shadows Die Twice entführt die Spieler in das feudale Japan während der Sengoku-Ära, einer Zeit des Chaos und der Unsicherheit. Als Spieler schlüpfen wir in die Rolle eines Shinobi, eines ausgebildeten Meisterassassinen, der unter dem Namen Wolf bekannt ist. Unsere Hauptmotivation ist die Rettung unseres entführten Herrn, und um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns einem gefährlichen Samurai-Clan stellen, der uns gefangen genommen hat.
Bereits zu Beginn des Spiels wird klar, dass wir es hier mit einer düsteren und komplexen Handlung zu tun haben. FromSoftware hat es erneut geschafft, eine faszinierende und mysteriöse Welt zu erschaffen, die von der japanischen Geschichte und Mythologie inspiriert ist. Die Atmosphäre des Spiels ist von Anfang an dicht und beklemmend, und die visuelle Pracht der Spielwelt ist einfach atemberaubend.
Die Geschichte von Wolf und seinem Bestreben, seinen entführten Herrn zu retten, zog mich sofort in ihren Bann. Die tiefe Bindung zwischen den beiden Charakteren verleiht der Erzählung eine emotionale Tiefe, die ich in einem Action-Adventure-Spiel nicht erwartet hatte. Wolf ist ein stummer Protagonist, was seine Gefühle und Gedanken betrifft, aber seine Taten sprechen lauter als Worte. Es ist eine Geschichte von Loyalität, Opferbereitschaft und dem Streben nach Rache.
Die Herausforderung des Kampfes
Eine der herausragenden Eigenschaften von Sekiro: Shadows Die Twice ist zweifellos das Kampfsystem. Anders als in den Dark Souls-Spielen von FromSoftware, in denen es darum geht, die Lebenspunkte eines Gegners zu reduzieren, liegt der Fokus in Sekiro auf der Manipulation der Haltung und des Gleichgewichts des Gegners. Dies führt zu einem faszinierenden und intensiven Kampfsystem, das Geschicklichkeit und Präzision erfordert.

Die Kämpfe in Sekiro sind gnadenlos und unverzeihlich, aber gleichzeitig äußerst befriedigend. Jeder Schwertkampf fühlt sich wie ein taktisches Duell an, bei dem Timing und Strategie von entscheidender Bedeutung sind. Schon bei meinem ersten Kampf gegen einen einfachen Gegner wurde mir klar, dass das Spiel mich vor keine leichte Aufgabe stellen würde.
Die Bosse im Spiel sind zweifellos die Höhepunkte des Kampfsystems. Jeder Bosskampf ist ein intensiver Prüfstein, der die volle Bandbreite unserer Fähigkeiten als Spieler herausfordert. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Versuch, einen der Bosse zu besiegen. Es war ein langer, erbitterter Kampf, bei dem ich unzählige Male scheiterte. Aber nach jeder Niederlage lernte ich etwas Neues, verfeinerte meine Taktik und wurde schließlich belohnt, als ich meinen Gegner besiegte. Diese Erfahrung des kontinuierlichen Lernens und Verbesserns ist es, die Sekiro so süchtig macht.
Die Wahl unseres Angriffsstils ist entscheidend. Wir können uns dazu entschließen, unsere Feinde mit schnellen Schlägen zu überwältigen oder sie mit präzisen Ausweichmanövern und Konterangriffen in die Knie zu zwingen. Es gibt keine richtige oder falsche Antwort, nur unterschiedliche Herangehensweisen, die wir je nach Situation anwenden können.
Ein weiteres interessantes Element des Kampfsystems ist die Verwendung unserer Prothesenarm-Mechanik. Wolf ist mit einem mechanischen Arm ausgestattet, der verschiedene Prothesen wie einen Greifhaken oder einen Feuerwerfer aufnehmen kann. Diese Prothesen können in den Kämpfen sehr nützlich sein, da sie uns vielfältige Möglichkeiten bieten, unsere Feinde zu überlisten. Die Wahl der richtigen Prothese für einen bestimmten Kampf kann den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.
Die Bedeutung von Stealth und Taktik
Sekiro: Shadows Die Twice bietet den Spielern auch die Möglichkeit, auf Stealth und Taktik zu setzen. Als Shinobi haben wir die Fähigkeit, uns lautlos an Feinde heranzuschleichen und sie in einem einzigen, tödlichen Angriff auszuschalten. Dieser Aspekt des Spiels eröffnet völlig neue Möglichkeiten und erfordert strategisches Denken.
Es gibt nichts Befriedigenderes, als sich in den Schatten zu verstecken, geduldig auf den richtigen Moment zu warten und dann mit einem präzisen Schlag zuzuschlagen. Die Stealth-Mechanik fügt dem Spiel eine zusätzliche Dimension hinzu und erlaubt den Spielern, verschiedene Herangehensweisen an die Herausforderungen des Spiels zu wählen.
Während Stealth eine effektive Methode ist, um Feinde lautlos auszuschalten, ist sie nicht immer die beste Wahl. Einige Feinde sind immun gegen Stealth-Attentate oder haben erhöhte Wachsamkeit. In solchen Fällen ist es ratsam, einen offeneren Kampfansatz zu wählen.
Die Magie der Erkundung
Die Welt von Sekiro: Shadows Die Twice ist nicht nur ein Ort des Kampfes, sondern auch ein Ort der Erkundung und des Staunens. Die Spielwelt ist reich an Details und bietet zahlreiche versteckte Geheimnisse und Überraschungen. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich durch die engen Gassen eines alten japanischen Dorfes schlenderte, die herbstlichen Kirschblütenblätter wirbeln sah und mich in die faszinierende Atmosphäre des Spiels vertiefte.
Die Welt von Sekiro ist jedoch nicht nur schön, sondern auch gefährlich. Überall lauern tödliche Feinde und tödliche Fallen, und die Spieler müssen wachsam sein und ihre Umgebung genau beobachten, um zu überleben. Aber genau das macht die Erkundung so aufregend und lohnenswert.
Die Spielwelt ist auch mit NPCs bevölkert, von denen einige uns im Laufe der Geschichte wichtige Informationen und Quests anvertrauen. Die Interaktion mit diesen Charakteren trägt zur Immersion in die Welt bei und verleiht dem Spieler das Gefühl, Teil einer lebendigen und atmenden Umgebung zu sein.

Die Kritik an der Schwierigkeit
Sekiro: Shadows Die Twice wurde für sein anspruchsvolles Schwierigkeitsniveau bekannt, und das aus gutem Grund. Das Spiel fordert die Spieler ständig heraus und zwingt sie, ihre Fähigkeiten zu verbessern und ihre Taktiken anzupassen. Während einige Spieler diese Herausforderung geliebt haben, fanden andere sie frustrierend und entmutigend.
Ich persönlich gehöre zu den Spielern, die die Schwierigkeit von Sekiro zu schätzen wussten. Ja, es gab Momente der Frustration und Verzweiflung, aber am Ende fühlte sich jeder Sieg umso süßer an. Die harte Arbeit und Hingabe, die erforderlich sind, um die Bosse zu besiegen und die Geschichte voranzutreiben, machen das Spielerlebnis umso befriedigender.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Schwierigkeit von Sekiro zwar hoch ist, aber keineswegs unfair. Jeder Feind und jeder Boss hat klare Angriffsmuster und Schwächen, die es zu erkennen und auszunutzen gilt. Es erfordert Geduld, Ausdauer und die Bereitschaft, aus Niederlagen zu lernen. Es ist ein Spiel, das die Spieler respektiert und ihre Intelligenz und ihr Geschick belohnt.
Ein Meisterwerk des Action-Genres
Mit seiner tiefgründigen Handlung, seinem anspruchsvollen Kampfsystem und seiner atemberaubenden Spielwelt hat es mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen. Die Herausforderung des Spiels hat mich motiviert, meine Fähigkeiten als Spieler zu verbessern, und die Belohnung dafür war die süße Befriedigung, die ich nach jedem erfolgreichen Kampf verspürte.
Sekiro: Shadows Die Twice ist ein Spiel, das ich jedem empfehlen kann, der nach einer anspruchsvollen und lohnenden Spielerfahrung sucht. Es ist ein Spiel, das mich noch lange nach dem Abschluss beschäftigt hat und das ich sicherlich noch viele Male spielen werde. FromSoftware hat erneut bewiesen, dass sie Meister ihres Fachs sind und in der Lage sind, Spiele von zeitloser Qualität zu schaffen. Es ist ein Spiel, das den Test der Zeit bestehen wird und das ich ohne Vorbehalte als eines der besten Spiele aller Zeiten bezeichnen würde.